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Informationen zum Teilprojekt 2.4

"Virtualisierte Lehr- und Lernformen in Hochschulveranstaltungen zur IKT

 

Virtualisierung im Bildungsbereich

 

Projektthema
In Hochschulveranstaltungen zur Informationstechnischen Grundbildung wurden Formen der Integration des Internets in die gewohnten Lehr- und Lernstrategien erforscht.
Dabei sind didaktische und technische Implikationen parallelisierter Seminare für Dozenten und Studierende herausgearbeitet worden. Schwerpunkt bei der Seminargestaltung sind die virtuelle Zusammenarbeit und Kommunikation der Teilnehmenden

Im Dezember 1988 veröffentlichte die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) erstmals ein Rahmenkonzept für die informationstechnische Bildung in Schule und Ausbildung. Diese Konzeption sah eine differenzierte Vermittlung der informationstechnischen Bildung vor und setzte entsprechende Angebote in Schule und Hochschule ebenso voraus wie in der Berufsbildung. Der didaktisch-methodische Ansatz einer "informationstechnischen Allgemeinbildung" hat sich im Lauf der Jahre von einem ursprünglichen rechnerorientierten über den algorithmenzentrierten Ansatz hin zum anwendungsorientierten Ansatz zeitgemäß weiterentwickelt. Während bis vor wenigen Jahren unter der Anwendungsorientierung beinahe ausschließlich der Umgang mit Standardanwendungen zur Informationsverarbeitung subsummiert wurde, sind inzwischen die medialen Fähigkeiten des Computers zur Informationsbeschaffung eindeutig in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses gerückt. Die Fähigkeit, den PC sinnvoll und effektiv als Informationsmedium zu nutzen, erfordert Kompetenz, eben Medienkompetenz! Ihren Beitrag zum Erlangen dieser Kompetenz leisten seit vielen Semestern Hochschulseminare zur informations- und kommunikationstechnischen Bildung (IKT). Mit dem Paradigmenwechsel der informatorischen Schwerpunkte haben sich auch die Inhalte und Methoden dieser Seminare fortlaufend gewandelt.

Im Projekt VIB wurde untersucht, welche modernen didaktischen Arbeitsformen und neuen virtuellen Techniken zum Erlangen der angestrebten Medienkompetenz auf dem Weg hin zu einer virtuellen Hochschule hilfreich oder gar unverzichtbar sind. Das Teilprojekt 2.4 konzipierte hierfür IKT-Seminare mit dem Schwerpunkt auf webbasierten Formen der Gruppenarbeit und unter einem konstruktivistischen Blickwinkel, die den neuen Anforderungen an die Medienkompetenz zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer entsprechen.

Erreichte Ziele
Virtuelle Arbeitsformen lassen sich in die Kategorien "organisieren, kommunizieren, informieren und kooperieren" einteilen. Ziel ist es, diese 4 Kategorien, denen verschiedene mediale Techniken entsprechen, in angemessener und möglichst breiter Form in (teilvirtualisierten) Hochschulseminaren zu verankern. Unter Rekurs auf konstruktivistische Ansätze und das Modell der "Learning community" hat das Teilprojekt 2.4 zu diesem Zweck zwei aufeinander aufbauende Seminare (IKT I: Grundlagen gängiger Computeranwendungen, IKT II: Kommunizieren und Präsentieren im Internet, "PH-Zeitung im Netz") konzipiert und seit dem Sommersemester 2000 hochschulübergreifend angeboten.
In einer vom zeitlichen und organisatorischen Ablauf her konsequent strukturierten Konzeption wurden die medialen Techniken in teilvirtualisierten Parallelseminaren an verschiedenen Hochschulstandorten (Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd) themenbasiert vermittelt.

Einen zentralen Arbeitsschwerpunkt des IKT I-Seminars bildet das kooperative Lehren und Lernen mit hochschulübergreifenden Gruppen nach dem Gruppenpuzzle-Verfahren (jigsaw). Dieses Verfahren wird häufig als eine Umsetzung des didaktischen Prinzips "Lernen durch Lehren" beschrieben. Für die selbstständige Erarbeitung eines inhaltlichen Teilgebietes in den einzelnen Phasen des Gruppenpuzzles bietet das Internet Unterstützung bei der Arbeitsorganisation, der Informationsbeschaffung und beim Informationsaustausch innerhalb der (hochschulübergreifenden) Expertengruppen. In der Phase, in der sich neue Lerngruppen aus verschiedenen Experten bilden, nutzt das Seminar das Internet als günstigen Kommunikationskanal für Videokonferenzen und Expertenchat zwischen den unterschiedlichen Hochschulstandorten.

Im aufbauenden Seminar IKT II, werden die im IKT I-Seminar erworbenen Kommunikations- und Informationskompetenzen anhand des Themas "PH-Zeitung im Netz" vertieft und um WWW-Präsentationskenntnisse erweitert. Studierende aus Schwäbisch Gmünd und Ludwigsburg erstellen gemeinsam eine Online-Zeitung, wofür mehrere hochschulübergreifende Ressorts gebildet werden. Die räumlich verteilten "Redakteure" kommunizieren und kooperieren in den virtuellen Phasen des Seminars mit Hilfe verschiedener Internetdienste. Redaktionskonferenzen werden beispielsweise in einem Chatkanal (VIB-Chat) oder über ein Videokonferenzsystem abgehalten, Zeitungsartikel und Ideen über die BSCW-Arbeitsumgebung ausgetauscht. In den Präsenzsitzungen werden die für die Arbeit der Redakteure notwendigen Kenntnisse vermittelt, wobei in mehreren Phasen die jeweils kompetentere Hochschule Themen per Teleteaching und Application Sharing an die Partnerhochschule vermittelt.
 

Ansprechpartner
Prof. Dr. Helmut Albrecht: helmut.albrecht@ph-gmuend.de

PH-Zeitung im Netz


 

   

VIB wurde finanziert durch das Landesprogramm Virtuelle Hochschule
des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst
des Landes Baden-Württemberg.  

Baden-Württemberg MEDI@ Ministerium Baden-Württemberg
Ministerium für Wissenschaft,
Forschung und Kunst
 

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